Fachwerkbau / Riegelbau



Traditionelle Bauweise in Europa mit sichtbarem Holztraggerippe, in der Schweiz auch Riegelbau genannt. Verbreitet in Ost- und Mitteleuropa, England, Norddeutschland, Dänemark und Holland. Süddeutschland und die Kantone Thurgau, Zürich, Schaffhausen, Appenzell und St. Gallen kennen eine besonders reiche Fachwerkarchitektur. In diesen Regionen war früher das Holz nicht in sehr grossen Mengen und Abmessungen vorhanden.


Merkmale des Fachwerkbaues:

- Gestaltungsfreiheit (Traggerippe verkleidet / sichtbar)

- Mehrgeschossige Bauten möglich

- Starre Grundrissanordnung

- Stockwerkweiser Aufbau

- Vornehmlich reine Holzverbindungen

- Traghölzer mit grösseren, eher quadratischen Querschitten

- Kurze Bauzeit

- Einfache Aufrichtearbeit


Häuser in Fachwerkbauweise weisen ein tragendes System aus Massivholz auf. Die Konstruktionshölzer übernehmen die gesamten Kräfte aus der Vertikal- und Horizontalbelastung. Die Verkleidungen und das Eigengewicht der Ausbaumaterialien wirken zusätzlich stabilisierend gegen Windkräfte. Aufgebaut wird bei dieser Bauweise stockwerkweise. Die wichtigen Konstruktionsteile sind Schwelle, Stützen/Pfosten, Streben und Riegel.


Moderne Abbundmaschinen und neue Methoden der Holztrocknung machen den Fachwerkbau zu einem wirtschaftlichen Bausystem. Zapfen und Versatzungen sind bei dieser Bauweise günstigere Verbindungsmittel als Blech- und Stahlformteile, weil hier die Verbindungen nur gering beansprucht werden. Die Übertragung der senkrechten Lasten erfolgt direkt über Kontaktstösse des Holzes.